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Lehman Brothers-Zertifikat und Falschberatung


Nach Auffassung von hrp hat die Citibank eine 58-jährige Rentnerin aus Hamburg nicht anlegergerecht und nicht objektgerecht beraten
Darauf, dass die Zertifikate wertlos verfallen, wenn der Emittent wegen Insolvenz ausfalle, habe die Beraterin angeblich nicht hingewiesen


(17.10.08) - Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) nimmt die Citibank Privatkunden AG & Co. KGaA wegen angeblicher Falschberatung bezüglich einer Empfehlung zum Kauf eines Lehman-Zertifikates (Dow Jones EURO STOXX 50 Absolute Performer Anleihe) auf Schadensersatz in Anspruch. Nach Auffassung von hrp hat die Citibank eine 58-jährige Rentnerin aus Hamburg nicht anlegergerecht und nicht objektgerecht beraten.

Die Mandantin von hrp wollte einen ererbten Nachlass von 58.000 Euro für ihre beiden Schwestern aus Süddeutschland sicher anlegen. Zunächst war der Anlagebetrag auf einem Girokonto der Citibank geparkt worden, von dem aus sie monatlich ihren beiden Schwestern als Unterstützung zu deren Lebensunterhalt 300 Euro überwiesen hat.

Über zwei Jahre habe - so die Aussage der hrp-Mandantin - eine Mitarbeiterin der Citibank die Anlegerin mehrmals pro Monat "bearbeitet", um sie zum Erwerb von angeblich so lukrativen Zertifikaten zu bewegen. Diese seien wegen der 100%igen Kapitalsicherung genauso sicher wie ein Girokonto oder ein Sparbuch. Darauf, dass die Zertifikate wertlos verfallen, wenn der Emittent wegen Insolvenz ausfalle, habe die Beraterin jedoch nicht hingewiesen. Schließlich habe die Anlegerin für einen Betrag von 10.300 Euro auf Empfehlung der Bank Lehman-Zertifikate erworben. Nunmehr drohe ihr wegen Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers ein diesbezüglicher Totalverlust.

Hrp sieht vorliegend gute Chancen, Schadensersatzansprüche erfolgreich gegen die Citibank durchzusetzen. "Grundsätzlich hat jeder Erwerber von Zertifikaten wegen der ihn treffenden Beweislast die behauptete Pflichtverletzung der Bank zu beweisen", sagt Fachanwalt Peter Hahn von hrp. "Wenn kein eigener Zeuge bei dem Beratungsgespräch bei der Bank anwesend war, kann der Anleger bei einem Klageverfahren seine Ansprüche auf Schadensersatz an den Ehepartner oder ein anderes Familienmitglied abtreten. Dadurch gelangt der Anleger in die Position eines Zeugen."

Geschädigte Anleger von Lehman-Zertifikaten u.a. (zum Beispiel auch Colibri-Zertifikate) sollten nach Auffassung von hrp eine Erstberatung durch einen versierten Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht vornehmen lassen. (hrp: ra)

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

  • Bekämpfung & Aufklärung von Kriminalität

    Vertreter der ISPA, des Bundesministeriums für Inneres, der TU Wien und eines heimischen Providers stellten im Dezember letzten Jahres der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag das österreichische Modell für eine sichere und transparent nachvollziehbare Übermittlung von Daten zwischen Providern und der Exekutive vor. Die erarbeitete Lösung könnte sich als Vorzeigemodell für den Einsatz in anderen europäischen Staaten durchsetzen. Das Hauptziel der ISPA, der Interessenvertretung der österreichischen Internetwirtschaft, ist die Förderung des Internets. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage nach der Bekämpfung und Aufklärung von Kriminalität, die im Internet oder durch Verwendung digitaler Kommunikation entsteht. "Speziell bei Delikten, die es in dieser Art in der analogen Welt nicht gab, macht es Sinn, wenn sich die Strafverfolgungsbehörden und die Internetindustrie an einen Tisch setzen, um die neuen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern", erläutert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA.

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    Der Aufruf "Kleine und Mittlere Unternehmen gegen TTIP" hat rasant an Zuspruch gewonnen. Binnen fünf Tagen hat sich die Zahl der Unterstützer von 500 auf 1000 verdoppelt. "Die Unterzeichner/innen kommen aus den industriellen Zentren Deutschlands - wir sind überrascht, dass wir so schnell 1.000 Unternehmen erreicht haben", sagt Gottfried Härle, einer der fünf Mitinitiatoren und Inhaber der Brauerei Clemens Härle. "Das zeigt, wie viele Unternehmerinnen und Unternehmer mit der unkritischen Pro-TTIP-Haltung von Bundesregierung und EU-Kommission, aber auch von Verbänden wie den IHKen, nicht einverstanden sind."